Integrierte Voice Compression auf 16 Kbps, so daß pro Kanal bis zu 4 Gesprächsverbindungen gleichzeitig geführt werden können. Darüberhinaus ist auch ein
Vermitteln von Voice-komprimierten Gesprächen ohne Dekompression auch zu unterschiedlichen Zielen möglich. Dabei kommt es zu keinem Verlust der Sprachqualität.
Bei einer Vernetzung auf Basis von S2M Festverbindungen können auf einer S2 Strecke maximal alle 30 B-Kanäle für die Übertragung von komprimierten Verbindungen
genutzt werden. Bei einem Komprimierungsfaktor von 1:4 sind das theoretisch maximal 120 Verbindungen. Tatsächlich sind 112 Gespräche möglich.
Jede VCM Baugruppe (Q2235-X) ist in der Lage, 15 Kanäle zu komprimieren bzw. dekomprimieren. Für den Vollausbau sind dadurch für eine S2 Strecke maximal 8 VCM
Baugruppen notwendig. Für S0 Verbindungen gibt es eine VCM Baugruppe (Q2235-X100) mit 7 Kanälen.
Die Komprimierung/Dekomprimierung von Sprachkanälen erfolgt in einer neuen peripheren Baugruppe, genannt VCM. Diese neue Baugruppe emuliert Hicom gegenüber eine DIU-S2
Baugruppe.
Ein Bündel für komprimierte Verbindungen wird auf dieser neuen VCM Baugruppe eingerichtet. Alle Verbindungen, welche über diese Baugruppe geführt werden, werden
auf 16 kbit/s komprimiert bzw. auf 64 kbit/s dekomprimiert.
Da jede VCM Baugruppe Hicom gegenüber wie eine DIU-S2 Baugruppe behandelt wird, erzeugt jede VCM Baugruppe auch einen zugehörigen Signalisierungskanal (D-Kanal). Dieser
Signalisierungskanal wird von der VCM Baugruppe mit einer 16 kbit/s HDLC Prozedur in dem ersten Subkanal eines 64 kbit/s Zeitschlitzes übertragen.
Die komprimierten Verbindungen inkl. D-Kanal werden mittels einer "nailed connection" auf eine "richtige" DIU-S2 oder STMD Baugruppe geführt. Von dieser Baugruppe werden sie
transparent über die S2 bzw. S0 Stecke übertragen.
- Eine VCM-Baugruppe hat nur einen D-Kanal und kann deshalb nur mit jeweils einer STMD oder DIU-S2 Baugruppe verbunden werden. Es können aber mehrere VCM mit einer DIU-S2
Baugruppe verbunden sein (max. 16 VCM15). STMD = > max. 8 VCM7.
- Bei der Konfiguration der VC Verbindungen (nailed connection) wird durch eine Hinweismeldung auf die notwendige Symmetrie hingewiesen.Die notwendige Symmetrie zwischen zwei
Hicom Knoten besteht darin, daß die B-Kanäle einer VCM Baugruppe des einen Hicom Knotens auf die jeweils gleichen B-Kanäle der VCM Baugruppen der Partner Anlage
geführt werden.Auf die richtige Symmetrie hat der Administrator zu achten!!
- Es können beliebige B-Kanäle der STMD / DIU-S2 verwendet werden. Die Reihenfolge der Belegung ist unerheblich. Die Zuordnung der VCM B-Kanäle zu den Kanälen
der STMD / DIU-S2 hat der Reihe nach zu erfolgen.
- Die VCM B-Kanäle können einzeln gesperrt bzw. freigegebn werden. Hierbei ist darauf zu achten, daß das Viertel" welches den Signalisierungskanal enthält,
als letztes gesperrt bzw. als erstes eingeschaltet wird. Ein EIN- bzw. AUSschalten der Kanäle muß immer symmetrisch in beiden Nebenstellenanlagen erfolgen.
- Die VCM BG benötigt keine Loadware Parametrisierung.
- Die Loadware Parametrisierung der DIU-S2 ist von Voice Compression nicht betroffen.
- Die VCM BG darf nicht als Referenztakt BG verwendet werden.
- Teilausfälle der VCM Baugruppe sind nicht möglich, da sie nicht an den Partnerknoten gemeldet werden können. Bei einem Teilausfall würde eine Unsymmetrie
entstehen, die dazu führt, daß gehende Belegungen über die VCM des Partner Knotens auf die gesperrten B-Kanäle der VCM führen. Deshalb wird eine VCM immer
gesamt gesperrt. Auf dem Partner Knoten wird diese Sperre durch die fehlende D-Kanal Signalisierung erkannt und dort die jeweilige VCM ebenfalls außer Betrieb genommen.
- Eine gehende Belegung auf einen gesperrten B-Kanal des Partner Knotens kann nicht verhindert werden. Aus diesem Grunde ist es notwendig vor dem Umkonfigurieren des
Verhältnisses von komprimierten zu nicht komprimierten B-Kanälen die gesamte S0/S2 Strecke auszuschalten.
- Als Routing Verfahren wird nur noch LCR verwendet.
- Die LCR Richtung muß im AMO LDAT als KOMPRIMIERT gekennzeichnet werden.Ein Schwellwert für die maximale Anzahl von Komprimierungs/Dekomprimierungs Zyklen ist
ebenfalls der LCR Richtung zuzuordnen.
- Die VCM Sätze müssen als KOMPRIMIERT gekennzeichnet werden.(notwendig bei kommenden Belegungen)
- Bei welchen TLN Anschlüssen eine komprimierte Verbindung zulässig/unzulässig ist, wird über die LBER im LCOSS des TLN gesteuert.
- Bei der Gebührenerfassung ist keine Markierung von komprimierten Verbindungen gefordert. Die heutige Funktionalität der Gebührenerfassung ist für
komprimierte Verbindungen ausreichend (z.B: ZONE / CARRIER).
- Parallele Nutzung der S2M / S0 für unkomprimierte Verbindungen wie Daten (64 kbit/s), Fax analog, Modem oder 64 kbit/s Sprachverbindungen (hohe
Qualität) durch feste Aufteilung der B-Kanäle für die komprimierte Sprachverbindungen und unkomprimierte Verbindungen.
- Für komprimierte Sprachübertragung vorgesehene DIU-S2 / STMD / VCM-Baugruppen sollten nicht in einem RMS-Shelf konfiguriert werden und sollten innerhalb eines
LTU-Viertels bzw. einer LTU-Hälfte nicht zusammen mit einer SIUP konfiguriert werden.
- Eine Echokompensation ist wegen des Einsatzes der Sprachkomprimierung nicht notwendig, da das G.728 Verfahren nur sehr geringe Laufzeiten (1-2 msek.) aufweist.Ist jedoch in
einem Netz die Echokompensation aus anderen Gründen erforderlich, so müssen die Echokompensatoren in jedem Falle vor die Sprachkomprimierung geschaltet werden. Ist dies
nicht möglich, so darf eine Sprachkomprimierung nicht im Endechoweg benutzt werden.
- Route Optimierung kann für Verbindungen mit Voice Compression anlagenweit ausgeschaltet werden.